Category Archives: Gesundheitspolitik

Evidenzbasiert Krebs bekommen!

Evidenzbasiert Krebs bekommen!

Das „altbewährte“ und seit Jahren in den Leitlinien zur Bluthochdruckbehandlung empfohlene* Hydrochlorothiazid (HCT) erhöht das Risiko, an Hautkrebs (Basaliom, Spinaliom) zu erkranken. – So die Aussage des sog. Rote-Hand-Briefes, einer schriftlichen Mitteilung durch den Zusammenschluss zahlreicher Hersteller und Vertreiber von HCT an die Ärzteschaft. Zwei große neu veröffentlichte Studien auf Basis dänischer Datenquellen habe eindeutig dieses erhöhte Hautkrebsrisiko bei Langzeiteinnahme von HCT nachgewiesen. Der lapidare Ratschlag lautet, man solle seine Patienten darauf hinweisen, sie sollen die Sonne meiden und sich bei verdächtigen Hauterscheinungen vom Hautarzt untersuchen lassen! – Das HCT sollen sie aber wohl fleißig weiter nehmen?! Weiterhin empfehlen die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, die Deutsche Hochdruckliga, die European Society of Cardiology und die European Society of Hypertension (ESH) Thiazide in ihren Leitlinien:

Auszug aus den ESC Pocket Guidelines – Leitlinien für das Management der arteriellen Hypertonie (herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, der Deutsche Hochdruckliga, der European Society of Cardiology und der European Society of Hypertension (ESH):
„Diuretika (Thiazide, Chlorthalidon und Indapamid), Betablocker, Calciumantagonisten, ACE-Hemmer und Angiotensinrezeptorblocker sind alle für den Beginn und die Fortsetzung der antihypertensiven Behandlung geeignet und empfohlen, sowohl als Monotherapie als auch in Kombination miteinander.“

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie warnt Patienten sogar explizit davor, HCT abzusetzen und zieht die Studienergebnisse in Zweifel. – Das eigene Renommee auf Kosten der Gesundheit und Sicherheit von Patienten wahren zu wollen, disqualifiziert in meinen Augen diese Fachgesellschaft endgültig. Ein Ratschlag der Art: Bei Nebenwirkungen wie Hautkrebs wenden Sie sich an Ihren Hautarzt, halte ich für indiskutabel und unangemessen für eine medizinische Fachgesellschaft!

Wenn sich ein Medikament als krebserregend erweist, kommt es in Deutschland also nicht vom Markt, sondern man läßt es die Menschen weiter einnehmen und beobachtet dann, wie sie Krebs bekommen, den man dann auch sehr lukrativ pharmakologisch behandeln kann!

Das Vertrauen der Ärzte in die pharmagesteuerte Schulmedizin ist langsam bis ins Mark erschüttert. Ist es zukünftig die Aufgabe eines guten Arztes seine Patienten vor den drohenden Schäden durch leitliniengerechte Schulmedizin zu schützen?
Ist eine „evidenzbasierte“ Leitlinienmedizin, die Menschen mit einer nicht geringen Wahrscheinlichkeit umbringt, wirklich besser als die Jahrhunderte alte Erfahrung, was gefahrlos hilft? Ist sie besser als eine Medizin, die neutrale Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung nutzt, um Menschen zu heilen ohne damit den großen Profit zu machen?

Eigentlich müßten alle Patienten ihre Kassenbeiträge verweigern und ihre Gesundheit zukünftig selbst in die Hand nehmen. Denn diesem System kann man nicht mehr vertrauen!

Erster deutscher Jodkongreß am 03.03.18 in Düsseldorf

Erster deutscher Jodkongreß am 03.03.18 in Düsseldorf
Erster deutscher Jodkongreß am 03.03.18 in Düsseldorf

Ein normaler schneeweißer Märztag in Düsseldorf – aber ein großer Tag für hoffentlich viele Menschen im ganzen Land, die schon bald vom neuen Wissen ihrer Therapeuten profitieren werden!
So wurde der erste deutsche Jodkongreß seinem historischen Anspruch durchaus gerecht. Unter der routiniert professionellen Federführung von Kyra Kauffmann trafen sich an diesem Samstag im Düsseldorfer Hotel Nikko diejenigen Therapeuten und Wissenschaftler, die bei uns wohl das derzeit größte Wissen über das Element Jod und seine Wirkung im und auf den Menschen haben.

In diesem Hotel habe ich schon einige Tagungen, Kurse und Kongresse erlebt, die meine Arbeit sehr bereichert haben. Die derzeit dort stattfindenden Umbau- und Renovierungsmaßnahmen wirkten gestern aber geradezu symbolisch für Umdenken und Modernisieren auch im therapeutischen Denken.

Über 150 Therapeuten, Wissenschaftler und Interessierte waren  dank der bereits im Vorfeld perfekten Organisation der Einladung zum Wissensaustausch gefolgt. Sie erwartete ein Reigen an hochkarätigen Vorträgen von denen, die zum Thema Jod wohl derzeit am meisten Wissenswertes zum Thema Jod zu sagen haben.

Die Tatsache, daß es in unseren Breiten den Menschen schon lange und heute noch genauso am lebenswichtigen Element Jod mangelt, ist inzwischen wohl unbestritten. Während die westliche Schulmedizin sich aber spätestens seit Einführung neuer gewinnträchtiger Behandlungsmöglichkeiten von der Jodgabe als ursächliche Behandlung eines Jodmangels abgewandt hat,  liegt es in der Hand weniger engagierter Wissenschaftler, Therapeuten und auch anderer interessierter Menschen, den gravierenden Folgen einer Jodunterversorgung ganzer Bevölkerungen entgegen zu wirken.

Hier spürte ich den deutlichen Unterschied zur amerikanischen „Jodbewegung“ um Lynne Farrow. Während in den USA Jod-Hochdosistherapien sehr plakativ schon fast als Allheilmittel propagiert werden, waren sich hier alle Vortragenden einig, daß wir noch große Wissenslücken haben, was die Rolle des Jods in all seinen chemischen Formen in unserem Organismus anbelangt. Und daß das alte Wissen, das die Menschheit aber schon lange um die therapeutische Anwendung von Jod hat, nicht länger durch die Ignoranz der Schulmedizin verdrängt bleiben darf. Es geht jetzt darum, aus alten und neuen Erkenntnissen leicht umsetzbare Empfehlungen und Behandlungsstrategien zu entwickeln, die es Therapeuten erlauben, ihren Patienten effektiv zu helfen und einen der „größten vermeidbaren“ Krankheitsfaktoren unserer Zeit zu beseitigen.

In einprägsamer Weise wurden uns beim Kongreß zunächst nochmal die massiven Auswirkungen des Jodmangels über Kropfbildung bis zum ausgeprägten Kretinismus vor Augen geführt, die einige Therapeuten sogar noch aus eigener Praxis kannten. Nachdenklich stimmten einen auch die Beispiele, die zeigten, daß in anderen Teilen der Welt teilweise mit einmaligen Jodgaben vielen Menschen viel Leid erspart wird. So war ein didaktisch hilfreicher roter Faden durch die vielfältigen Aspekte des Themas Jod gelegt, die nun folgten.

Auch wenn es eine der sicher wichtigsten Botschaften an die schulmedizinischen Ärzte sein muß, daß Jod eben nicht nur ein Exklusivelement der Schilddrüse ist, so spielt es natürlich dennoch eine Schlüsselrolle bei allen Schilddrüsenerkrankungen. Gerade deshalb waren der Vortrag und die immer wieder gern gegebenen, erklärenden Antworten vom renommierten Endokrinologen Prof. Dr. med. Roland Gärtner von der Uni München sicher eine der tragenden Säulen des vermittelten praktischen Wissens für alle Anwesenden. Die Differenzierung der verschiedenen Jodformen insbesondere von Jodid und elementaren Jodionen war ihm sehr wichtig. Der Organismus braucht beides, unterscheidet die Formen aber deutlich, was bei der Substitution eine entscheidende Rolle spielen muß. Darüber hinaus gilt es, den Hype um vermeintliche Hypothyreosen und Hashimoto-Erkrankungen etwas in geordnete Bahnen zu lenken, indem man sich klarmacht, was z.B. ein TSH-Wert in welcher Situation eigentlich pathophysiologisch aussagt oder eben gerade nicht.

In diesem Zusammenhang waren auch die Ausführungen vom Gynäkologen und Jod-Forscher Dr. med Elio Torremante zum Thema Schilddrüse, Jod und Schwangerschaft bemerkenswert. Er unterstrich unter anderem auch die elementare Bedeutung der Substitution von Jod, Folsäure und Omega-3-Fettsäuren ab bestehendem Kinderwunsch, da diese in den frühesten Stadien der Entwicklung des Nervensystems von elementarer Bedeutung sind.

Einen guten Überblick über die den derzeitigen Wissensstand um die Folgen eines Jodmangels gab uns die Biologin Frau Dr. rer. nat. Adriana Radler-Pohl. Sie sprach aus, was einem bei der Beschäftigung mit dem Thema Jod wohl immer wieder bitter aufstößt: Warum gibt es so wenige, die sich um den Jodmangel in unserer Bevölkerung kümmern, wo die verehrenden Folgen doch seit vielen Generationen bekannt sind?!

Zu den noch jungen und sehr spannenden Entdeckungen um die Funktionen von Jod im Gehirn konnte uns die Ernährungsmedizinerin Frau Dr. Bettina Hees noch weitere spannende Details berichten. Wichtige Aufgaben des Jods bestehen zum Beispiel in der Antioxidation von ungesättigten Fettsäuren innerhalb der der Zellen. Hier liegt wohl auch in der Demenz-Behandlung ein großes Potential, aus dem wir schnellst möglich praktischen Nutzen ziehen sollten. Als eine der weltweit führenden Algenforscherinnen berichtete Frau Dr. Hees ebenfalls über die unglaubliche Wirkung von Wakame-Algen auf die Brustkrebshäufigkeit bei Japanerinnen. Die Schutzwirkung ist wohl über eine vermehrte enterale Östrogenausscheidung gegeben.

Insgesamt wurde die wichtige Rolle des Jodmangels bei der Entstehung v.a. von Brust- und Prostatkrebs bestätigt. Hier gibt es auch wertvolle Ansätze für die Prävention!

Auch die Ernährungswissenschaftlerin Frau Ulrike Gonder gab wichtige Hinweise auf die Rolle von Jod im Hirnstoffwechsel und in der fetalen Entwicklung.

Angenehm viel mir die Tatsache auf, daß die Bedeutung der Behandlung eines Vitamin-D-Mangels unter allen Anwesenden wohl außer Zweifel stand. So konnte sich der Vitamin-D-Experte Prof. Dr. med. Jörg Spitz in seinem Vortrag auf die Wechselwirkung des Menschen mit seiner Umwelt konzentrieren. In seiner einzigartigen Eindrücklichkeit fasziniert er immer wieder, indem dem er mit dem hoffnungsvoll erhobenen Zeigefinger zur Vernunft aufruft. Dies brachte ihm auch in diesem Rahmen großen Beifall ein.

Dr. rer. nat. Jens Pohl rundete das Sprudeln des Wissensquell mit detaillierten Darstellungen zum Verständnis des „Transportwesen“ in die und aus der Zelle ab.

 

Forscher und Therapeuten aller Art haben auf diesem ersten Jod-Kongreß in Deutschland wirklich ein umfassendes Bild des Kenntnisstandes zum Thema Jodmangel, seiner verehrenden Folgen und daraus abzuleitender alter wie neuer therapeutischer Möglichkeiten gegeben und einen fruchtbaren Austausch angeregt.

Um so erstaunlicher fand ich es, daß ich als Mediziner scheinbar nur hier tatsächlich die neusten und wichtigsten Erkenntnisse um biochemische Vorgänge erfahre. Dagegen wirken „Ärztefortbildungen“ und die in der Medizinpresse verkauften Inhalte wie Märchenstunden aus einer längst vergangenen Zeit. Während die sog. Schulmedizin längst zu einem reinen Wirtschaftsunternehmen verkommen ist, muß man sich als Arzt sein Hintergrundwissen wohl künftig sehr aktiv bei denen suchen, denen es noch um die reine Erkenntnis, die Wissenschaft und vor allem um die Gesundheit der Menschen geht.

Während die Macher unseres Gesundheitssystems Leitlinien zur Vermarktung einfacher aber gewinnbringender Therapien generieren, sollten sich gerade Ärzte hier deutlich abgrenzen und wieder nach einer Identität jenseits des Verkaufsrummels suchen. Einer vielleicht teilweise bei vielen schon verlorengegangenen Identität als Helfer und Heiler mit der Gesundheit seines Patienten im Sinn.

Wer so denkt, war also beim Jod-Kongreß genau richtig. Kyra Kauffmann gelang es hervorragend die fruchtbare Spannung zwischen Vermittlung von brandaktuellem Grundlagenwissen durch die Referenten und der im Fachpublikum immer brodelnden Frage nach der praktischen Anwendung und handfesten Behandlungstipps zu jonglieren.  Auch wenn sie selbst sich nur zu einem kurzen, aber um so wertvolleren Exkurs zum „Rejodierungsprotokoll“ bei Hashimoto vortrug, konnte sie moderierend immer wieder die so wertvollen Praxistipps geben, die uns Therapeuten schon morgen in der Praxis weiterhelfen können.

Ich bin mir sicher, daß dieser Kongreß wie auch schon die Innoveutika im Herbst letzen Jahres in Saarbrücken die Keimzelle einer neuen Medizin ist, die wieder den Menschen und seine Gesundheit in den Mittelpunkt des Handelns stellt.

Ich wünsche mir auf diese gelungen Art noch viele weitere Kongresse, die zum so wichtigen Wissensaustausch zwischen denen dienen, die sich noch kümmern und engagieren.

Orthomolekulare Medizin (OM) / Vitalstoff-Medizin

Orthomolekulare Medizin (OM) / Vitalstoff-Medizin
Orthomolekulare Medizin (OM) / Vitalstoff-Medizin

Die orthomolekulare Medizin beschäftigt sich mit der Funktion von Vitalstoffen (Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen) im menschlichen Organismus. Sie liefert Erkenntnisse über die Auswirkungen eines Mangels oder auch eines Überschusses an bestimmten Stoffen… 

Ein teilweise massiver Mangel an Vitalstoffen ist leider keine medizinhistorische Vergangenheit, sondern nach einer Phase sehr günstiger Lebensbedingungen für die Gattung Mensch (und viele Tiere) zunehmend wieder Ursache für viele „Volkskrankheiten“ (siehe Vit.D). Aber auch die zahlreichen Beschwerden  schulmedizinisch „unklarer Ursache“ haben häufig mit einem Fehlen von essentiellen Bausteinen unseres Organismus zu tun.  Read the rest of this entry

Neue Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Neue Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
ppsbp_au01bAktuell drehen die Krankenkassenmitarbeiter bezüglich der neuen Regelungen zum Nachweis der Arbeitsunfähigkeit völlig durch. Statt uns um die Behandlung unserer Patienten zu kümmern, müssen wir derzeit unzählige verunsicherte Kassenmitglieder über die neuen Regelungen aufklären, denen verwirrte Kassenmitarbeiter die verschiedensten Formulare zum lückenlosen Nachweis der Arbeitsunfähigkeit noch für letztes Jahr in Hand drücken – mit Androhung der Krankengeldstreichung, wenn das alles nicht noch rückwirkend doppelt und dreifach ausgefüllt werde.
Die neuen Regelungen gelten ab 01.01.2016. Das steht im Sozialgesetzbuch, das vielleicht auch mal Funktionäre der Kassen ab und an lesen sollten!
Es ist unverschämt von den Krankenkassen diese Geldeinsparaktion auf dem Rücken kranker Menschen auszutragen, für die Ärzte derzeit weniger Behandlungszeit haben, weil sie unentgeldlich für die Kassen völlig sinnlose Formulare ausfüllen müssen.
Wieder einmal ein Beweis dafür, daß Politkern und Kassenfunktionären nicht sehr viel an der Gesundheit von Menschen gelegen ist und die Geldgier manchen Entscheidungsträgern ganz schon viel Hirn und Herz kaputt gemacht hat.