Orthomolekulare Medizin (OM) / Vitalstoff-Medizin

Orthomolekulare Medizin (OM) / Vitalstoff-Medizin
Orthomolekulare Medizin (OM) / Vitalstoff-Medizin

Die orthomolekulare Medizin beschäftigt sich mit der Funktion von Vitalstoffen (Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen) im menschlichen Organismus. Sie liefert Erkenntnisse über die Auswirkungen eines Mangels oder auch eines Überschusses an bestimmten Stoffen… 

Ein teilweise massiver Mangel an Vitalstoffen ist leider keine medizinhistorische Vergangenheit, sondern nach einer Phase sehr günstiger Lebensbedingungen für die Gattung Mensch (und viele Tiere) zunehmend wieder Ursache für viele „Volkskrankheiten“ (siehe Vit.D). Aber auch die zahlreichen Beschwerden  schulmedizinisch „unklarer Ursache“ haben häufig mit einem Fehlen von essentiellen Bausteinen unseres Organismus zu tun. 

So ist es meiner Überzeugung nach Pflicht, vor der Diagnose und Behandlung jeder Erkrankung zu schauen, ob der Organismus alles hat, was er braucht, um normal zu funktionieren. Spätestens, wenn sich Beschwerden auch mit verschiedenen sonst bewährten Therapien nicht bessern lassen, sollte ein guter Therapeut darauf kommen, daß er mit seiner Behandlung womöglich gegen gravierende Mangelerscheinungen ankämpft. Welche Energie soll man denn als Akupunkteur ins Gleichgewicht bringen, wenn fast gar keine mehr vorhanden ist? Wie soll man mit osteopathischen Methoden Faszien und Muskulatur entspannen, wenn diese aufgrund eines Magnesiummangels verkrampft ist? Und wie will man einen Hormonhaushalt in Ordnung bringen, wenn dem Körper die Bausteine zur Hormonbildung fehlen?
Es ist schwer bis unmöglich, einen Organismus ins Gleichgewicht zu bringen, wenn solche rein stofflichen Defizite bestehen. Das ist wie wenn Sie versuchen, ein Auto mit leerem Tank zu reparieren ohne mal nach dem Benzin zu schauen.

Ich behandle deshalb in meiner Praxis inzwischen keinen Patienten mehr ganzheitsmedizinisch, wenn ich nicht zumindest seinen Vit.D-Wert kenne. Im Rahmen einer ganzheitlichen Untersuchung tun sich dann oft noch weitere Mängel auf, die es zwingend zu beheben gilt, bevor man eine erfolgreiche Behandlung durchführen kann.

Darüber hinaus erscheint es sinnvoll, sich schon vor dem Auftreten von Mangelerscheinungen (die dann eben oft lange als „unklare Beschwerden“ auf eine schulmedizinische Odyssee führen) über seinen Status der wichtigsten Vitalstoffe zu informieren.

Neben dem erwähnten Vit.D-Status sind die Blutspiegel von Selen, Coenzym-Q10, Zink, Magnesium und einigen anderen sinnvolle Kandidaten für einen zeitweisen „check“. Leider lassen sich nicht alle Mängel durch einfache Blutuntersuchungen aufdecken, da die Verteilung vieler Stoffe im Körper nicht gleichmäßig ist. Hier ist es im Rahmen einer Ganzheitsmedizinischen Untersuchung möglich, weiteren Defiziten auf die Spur zu kommen.

Ich bedaure sehr, daß die Laboruntersuchungen auf Vitalstoffe schon vor vielen Jahren durch die massive Budgetierung der Laborleistungen aus dem Katalog der gesetzlichen Krankenkassen gefallen ist. In der sog. checkup-Untersuchung, die Ihnen die Krankenkassen ab dem 35.Lj. als „Vorsorge“ propagiert ist gerade mal die Bestimmung eines Cholesterin- und Blutzuckerwertes enthalten. Das ist, wie wenn Sie bei der Inspektion Ihres Autos zwar nach dem Benzin geschaut bekommen, aber Ölstand, Bremsflüssigkeit und alles andere läßt man unbeachtet. Warum der Gesetzgeber lieber nichts, von den oft ausgeprägten Mikronährstoffmängeln der Bevölkerung wissen will, möchte ich hier lieber nicht erörtern.

One Response »

  1. Als Kassenpatient muss man sich heute selbst behandeln, was aber auch eine erhebliche finanzielle Belastung darstellt!!!

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